
Große Schritte für zwei Triathleten/in des TV Burglengenfeld
Von Franz Pretzl.
Im Jahr 2026 stehen die Triathleten Michi Fuchs und Paula Leupold vor neuen Herausforderungen, da sie erstmals mit einer Profilizenz des Deutschen Triathlonverbandes an den Start gehen werden.
Beide entstammen der Jugendabteilung der Multisportgruppe des TV Burglengenfeld und konnten sich in der Saison 2025 durch herausragende Leistungen profilieren. Hervorzuheben sind ihre Erfolge bei den XTERRA Weltmeisterschaften mit den Platzierungen eins und zwei, zwei gewonnene XTERRA Europameistertitel sowie jeweils ein deutscher Meisterschaftstitel. Ergänzt wird diese Bilanz durch zahlreiche Topplatzierungen bei internationalen Crosstriathlon-Veranstaltungen.
Nachdem beide Athleten bereits als Amateure (Age-Grouper) auf sich aufmerksam gemacht haben, wagen sie nun den anspruchsvollen Schritt in die Eliteklasse, um sich mit der Spitze der Crosstriathlonszene zu messen. Beide studieren noch und befinden sich mit 22 Jahren (Leupold) bzw. 23 Jahren (Fuchs) in einem vergleichsweise jungen Alter, treten jedoch mit hoher Motivation und sportlicher Begeisterung an. Ihre sportliche Entwicklung erfolgte in den Leichtathletik- sowie Radsportabteilungen des TV, unter Anleitung der Trainer Franz Pretzl und Thomas Kerner.
Für Paula Leupold stellt der Wechsel ins Elitefeld den nächsten logischen Karriereschritt dar, auf den sie sich vorbereitet freut. Michael Fuchs beabsichtigt, nach starken Leistungen bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr, neue Impulse zu setzen und sein weiteres Potential auszuschöpfen. Angesichts der höheren Leistungsdichte im Profifeld im Vergleich zu den Age-Groupern verspricht die kommende Saison für beide Nachwuchsathleten eine besonders spannende Herausforderung zu werden.
Interview:
Was hat dich dazu bewegt sich als Profi mit den besten der Welt zu messen, bzw. den Elitestartpass zu beantragen?
Leupold:
Nach meinen Erfolgen im Age Group-Bereich ist der Aufstieg ins Elite-Feld für mich der nächste „logische“ Schritt. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen, die mich im Profifeld erwarten.
Fuchs:
Ich glaube ich konnte im letzten Jahr vor allem auch bei der EM zeigen, dass ich bei den besten mithalten kann, auch wenn noch viel Potential nach oben vorhanden ist. Ich möchte in diesem Jahr einfach einen neuen Reiz setzen und mich mit den besten face to face messen. Ich bin auch überzeugt, dass ich, wenn ich dieses Jahr fit an die Startlinie komme, einige etablierte Athleten etwas ärgern kann. Und selbst wenn es nicht für eine Top Platzierung reicht, ist es mir lieber mich mit den besten der Welt zu messen, als erneut um einen EM oder WM Titel in der Altersklasse zu kämpfen. Ich mache diesen Sport vor allem, weil es mir Spaß macht mich im direkten Duell zu messen, was mir im letzten Jahr etwas gefehlt hat. Da die Leistungsdichte im Profifeld deutlich höher ist wir das dieses Jahr wieder gegeben sein und darauf freue ich mich sehr.
Was wird sich dieses Jahr in Sachen Training ändern und welchen Trainer habt ihr?
Leupold:
Ihre schwächste Disziplin, das Laufen will Paula Leupold vor allem forcieren. Dazu bietet ihr Studienort in Tübingen ebenso Top-Bedingungen, vor allem durch ihren Beitritt zu ihrem Zweitverein dem Post-SV Tübingen. Trainer bleibt weiterhin Thomas Kerner in enger Zusammenarbeit mit dem Vereinstraining des Zweitvereins.
Fuchs:
Mit der neuen Saison habe ich im November meinen Trainer gewechselt. Bisher waren Tom und Franz für mein Training verantwortlich, seit November bin ich jetzt bei Mario Schmidt Wendling, welchen ich schon aus Trainingslagern kannte und welcher bisher der Trainer von Sebi Neef war, oder aktuell auch von Willy Hirsch (Weltklasse Athlet auf der Mitteldistanz). Mit meinem Studienstandort Innsbruck hat sich schon letztes Jahr viel verändert, was wie ich glaube auch einen sehr positiven Einfluss auf meine Leistung hatte und mich auch dieses Jahr weit voranbringen wird.
Welchen Zeitaufwand habt ihr pro Woche in der Vorbereitung im Winter und in der Wettkampfzeit im Sommer? mit km eventuell
Leupold:
Zurzeit umfasst mein wöchentlicher Trainingsumfang ca. 15h. Im Frühjahr gibt es auch mal Wochen mit deutlich über 20 Trainingsstunden, besonders in den Trainingslagern. Während der Wettkampfsaison wird es eher weniger, um ausgeruht in die Wettkämpfe gehen zu können.
Fuchs:
Km sind momentan schwierig zu sagen, beim Laufen pendelt es zwischen 35 und 60km, beim Schwimmen zwischen 12 und 17km. Das Grundlagen Radtraining im Winter wird vor allem durch Langlaufen in Seefeld ersetzt. Zusätzlich steht dann noch ca. 1-2 Intervalleinheiten auf der Rolle am Plan. Stabi/Mobilität/Krafttraining laufen ca. auf 3-4 Stunden die Woche hinaus.
Wie bringt ihr Training und Studium unter einen Hut?
Leupold:
Gutes Zeitmanagement ist das Wichtigste. Ich plane meine Woche im Voraus und absolviere oft eine Einheit morgens vor der Uni und eine zweite abends. Trotzdem glaube ich, dass ich jetzt im Studium deutlich flexibler als später im Berufsalltag bin und empfinde es als Privileg, mir so viel Zeit für den Sport nehmen zu können.
Fuchs:
Ich glaube ich bin jemand der gerne unter Druck steht und sich dann die Zeit auch am besten einteilen kann. Das wahrscheinlich beste an der Uni in Österreich ist, dass wir ab Juli bis Anfang Oktober Semesterferien haben. Zwar liegen in dieser Zeit auch einige Prüfungen, aber das ist ganz gut verkraftbar, wenn man ansonsten nicht zu Uni muss. Am wichtigsten ist aber, dass man Prioritäten setzt, darunter leiden natürlich Uni Partys oder andere sportliche oder soziale Aktivitäten.
Bekommt ihr Unterstützung vom Verein oder von den Eltern oder kann man von dem Sport leben?
Fuchs:
Vom Sport leben kann man auf jeden Fall momentan nicht leben und das wird auch in Zukunft wahrscheinlich zumindest im Cross Triathlon/XTERRA nicht groß ändern, dafür müsste man mehr Richtung Mitteldistanz/Langdistanz oder T100. Unterstützung bekomme ich vor allem von meinen Eltern, worüber ich sehr dankbar bin, da das nicht selbstverständlich ist. Der Verein unterstützt mich vor allem bei der Profilizenz und bei Startgeldern bei Meisterschaften, worüber ich auch sehr dankbar bin.
Leupold:
Ohne die Unterstützung meiner Eltern würde ich den Sport wohl nicht auf diesem Niveau ausüben können. Dafür bin ich sehr dankbar. Leben kann ich vom Crosstriathlon nicht – das ist auch nicht mein Anspruch. Ich studiere Medizin und freue mich auf meinen späteren Beruf als Ärztin.
Habt ihr Sponsoren, die euch unter die Arme greifen?
Fuchs:
Momentan werde ich vom PS Zweiradcenter Regenstauf, von Scott und Maxxis, sowie von kleineren Sponsoren unterstützt. Ich bin aber auf jeden Fall weiterhin auf der Suche nach Sponsoren, da meine geplante Weltcup Saison preislich wahrscheinlich in den fünfstelligen Bereich geht, was ohne Geldsponsoren nicht möglich sein wird.
Leupold:
Ein wichtiger Partner ist seit diesem Jahr der Sportnahrungshersteller inkospor aus Roth. Mit Schwimm-, Rad- und Laufmaterial werde ich versorgt von Synergy Wetsuits, dem PS-2-Rad-Center Regenstauf, Sheesh, maxxistires und dem Tübinger Laufladen. Diese tolle Ausstattung ist eine große Hilfe. Trotzdem bin ich weiterhin auf der Suche nach Sponsoren, die mich bei der Finanzierung meiner Wettkampfreisen unterstützen.
Welche Ziele hast du dir für 2026 gesetzt und wo wirst du an den Start gehen?
Leupold:
Für diese Saison ist es mir wichtig, meinen Platz im XTERRA-Elitefeld zu finden und mich dort zu etablieren. Ich werde bei fast allen europäischen XTERRA Weltcups und einigen anderen XTERRA Events am Start sein. Außerdem starte ich im Straßentriathlon meine erste Ligasaison als Teil des Landesliga-Teams des Post-SV Tübingen.
(Konkret: XTERRA Greece, XTERRA EM Molveno, XTERRA France, XTERRA Czech Republic, XTERRA DM Germany, XTERRA Austria)
Fuchs:
Ich werde direkt Ende Februar mit der Wintertriathlon WM in Padola starten und einfach mal schauen, wie ich mich dort schlagen kann. Dann geht es weiter mit den Weltcup Rennen in Griechenland, Weston Park mit Short Track und der XTERRA EM in Molveno, auch inklusive Short Track. Das wird auch mein erstes großes Ziel sein in Molveno beim Short Track unter den besten 30 an den Start zu gehen, da ich glaube, dass mir das kurze Format gut liegen könnte. Mitte Juli stehen dann noch die Cross Triathlon Europameisterschaften in Banyoles am Programm. Dann geht es mit einem Doppelrennwochenende beim Welt Cup in Tschechien weiter und eine Woche später die DM in Zittau, wo ich auf jeden Fall angreifen will. Mein größtes Ziel wäre dann Mitte Oktober die XTERRA WM in New Mexiko (USA). Gefüllt wird die Zeit wahrscheinlich noch mit ein paar Rennen in der Bayern Liga mit dem Team.















